Pressemitteilung IG Metall setzt Informationsrechte zur Betriebsratswahl durch

Betriebsratswahl bei Multivac in Wolfertschwenden

Gerechtigkeit

19. Februar 2026 19. Februar 2026


Die IG Metall hat im Zusammenhang mit der bevorstehenden Betriebsratswahl bei Multivac einen wichtigen Erfolg erzielt. Nachdem das Unternehmen der IG Metall untersagt hatte, am 26. Februar 2026 Gespräche und kurze Interviews mit Beschäftigten durchzuführen, sah sich die Gewerkschaft gezwungen, eine einstweilige Verfügung zu beantragen.

Trotz intensiver Bemühungen der IG Metall, einen fairen und pragmatischen Kompromiss zu finden, verweigerte die Unternehmensseite jede Einigung – selbst den vom Gericht vorgeschlagenen Vergleich, den die IG Metall ausdrücklich angenommen hätte. Nach einer langen mündlichen Verhandlung folgte das Unternehmen jedoch weitgehend dem richterlichen Kompromissvorschlag. Damit konnte die IG Metall ihre Rechte erfolgreich durchsetzen und kann nun wie geplant mit den Beschäftigten ins Gespräch kommen, um die Kandidaten zur Betriebsratswahl vorzustellen und zu bewerben.

„Die Teilnahme aktuell amtierender Betriebsräte an der Verhandlung auf Seiten des Arbeitgebers zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind, den Betriebsrat verändern zu wollen“, stellt Markus Blaschke, Kandidat der Vorschlagsliste Team IG Metall, klar.

Carmen Heidler, ebenfalls Kandidatin des Team IG Metall, zeigt sich enttäuscht über die unnötige Eskalation: „Ich finde es wirklich schade, dass wir diesen Weg gehen mussten. Multivac betont sonst immer Fairplay, Wertschätzung und den respektvollen Umgang miteinander – Werte, die wir als Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter absolut teilen. Umso enttäuschender ist es, dass genau diese Haltung in diesem Fall nicht möglich war. Für uns bleibt klar: Nur auf Augenhöhe und mit offenem Austausch können wir gemeinsam gute Lösungen für die Beschäftigten erreichen.“

Sven Schieskow aus dem Team IG Metall macht auf ein grundsätzliches Problem aufmerksam:
„Multivac wurde von Bayme vertreten, dem Arbeitgeberverband, der das Pendant zur IG Metall für die Unternehmer ist. Es ist schon interessant mitzubekommen, dass sich Multivac selbst die Vorteile einer solchen Organisation zunutze macht, aber ihren Beschäftigten gerne absprechen würden, sich gewerkschaftlich zu organisieren.“

„Die IG Metall Allgäu begrüßt das Ergebnis ausdrücklich. Es schafft Klarheit, stärkt demokratische Mitbestimmung und ermöglicht den offenen Austausch, der für eine faire Betriebsratswahl notwendig ist“, so Philip Kränsel, zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Allgäu.

 

 

 

 

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